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Einmarsch der Aliens – ein Neobiota Projekt für Johnsbach! Sie sind unaufhaltsam im Vormarsch: Die sogenannten Neobiota. Darunter versteht man Pflanzen und Tiere aus anderen Kontinenten, die nach 1492 (neuzeitliche Entdeckung Amerikas) durch den Menschen in unsere Heimat gelangt sind und nun hier wild leben.
Neobiota in Johnsbach: Jeder, der sich in den letzten Jahren aufmerksam umgesehen hat, weiß wovon wir sprechen. In Johnsbach sind es vor allem drei Pflanzenarten, die sich im ganzen Bezirk explosionsartig vermehren: Das Himalaya-Springkraut mit seinen großen, rosafarbenen Blüten, die Kanadische Goldrute mit ihrem leuchtend gelben Blütenstand und der Japanische Staudenknöterich, der dichte Gebüsche bildet. Invasionspflanzen und Klimawandel: In diesem Zusammenhang verheißt uns der Klimawandel nichts Gutes: Bei einer weiteren klimatischen Erwärmung in Mitteleuropa werden die gebietsfremden Arten begünstigt, und besonders stark wird die Bergwelt bis zur Baumgrenze betroffen sein. Schon jetzt sehen wir Springkraut und Goldrute auf den tiefer gelegenen Almwiesen aufmarschieren, in den südlicher gelegenen Alpen geht es schon bis 1600 Meter hinauf – eine bedrohliche Schützenhilfe für Ampfer und Germer! Wie kommen die Invasionspflanzen ins Gebiet? Ganz klar durch Einschleppung mit Fahrzeugen und Maschinen und nicht durch die Luft oder durch Tiere. Ich habe die Entwicklung im Gebiet jahrelang beobachtet: Praktisch immer gehen neue Vorkommen von Straßenrändern, Baustellen, Aufschüttungen oder Lagerplätzen aus. Ein ÖBF - Projekt in vier Bundesländern: Angesichts der Besorgnis erregenden Situation hat sich das Naturraum-Management der Österreichischen Bundesforste AG entschlossen, ein Projekt zur mehrjährigen Bekämpfung bestimmter Invasionspflanzen aufzustellen. Das Projekt wird in ausgewählten Gebieten in Nieder- und Oberösterreich, Wien und der Steiermark durchgeführt und soll in jedem Bundesland über das „Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes“ (LE) finanziert werden. Das heißt, alle Maßnahmen können mit den üblichen Fördersätzen bezahlt werden. Das Projekt soll über drei Jahre laufen. Johnsbach als Mustergemeinde? Warum wollen wir die Gemeinde Johnsbach in dieses Programm einbeziehen? Nun, Johnsbach weist einige besondere Merkmale auf, die eine besondere Eignung erkennen lassen: Der Ort liegt in einem allseits von Bergen umschlossenen Talschluss. Die einzige „Einfallspforte“ für die Invasionspflanzen ist die Zwischenmäuerstrecke des Johnsbaches – und die wird konsequent neophytenfrei gehalten. Die Gemeinde kann – wenn die lückenlose Ausmerzung der Fremdpflanzen erfolgreich verläuft – als Pionier- und Mustergemeinde für viele tausend andere österreichische Gemeinden zum Vorbild dienen und vielen anderen Ortschaften Mut machen, das Problem beherzt anzugehen. Bekämpfung der Invasionspflanzen durch die Bevölkerung: Wir haben nicht daran gedacht, mit Arbeitskräften von außen ins Gebiet zu kommen. In Johnsbach sollen die Neophyten durch die Bevölkerung selbst zum Verschwinden gebracht werden. Selbstverständlich nicht gratis, dafür sind die Fördergelder da. Wie das geschehen soll, ob über den Maschinenring, ob durch Grundbesitzer und Landwirte selbst, ist noch im Detail zu besprechen. Das Projektteam der ÖBF wird sich um die Projektabwicklung, die Organisation und Koordination der Maßnahmen, um die Gesamtfeststellung der Standorte, die Schulungen und um die Erfolgskontrolle kümmern, auch um die Verbreitung der Ergebnisse mit Pressearbeit, Informationsbroschüren und Filmbeiträgen. Ich möchte alle Johnsbacher bitten, dem Projekt positiv gegenüber zu stehen. Sehen Sie es als gute Chance, die fremdländischen Wucherpflanzen auf Ihren Grundstücken als eine der ersten Gemeinden in Österreich ohne eigene Kosten loszuwerden!
Dr. Harald Haseke Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. 0664 825 2310
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